Die familiäre Situation

Die familiäre Situation

Welche Rolle spielen Familie und Freunde, wie groß sollte ein solides soziales Netzwerk sein und können Frauen es eigentlich auch "alleine schaffen"?

Bereit für ein Baby

Ein afrikanisches Sprichwort lautet: "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen." Auch wenn diese Aussage dem einen oder anderen ein bisschen übertrieben vorkommen mag, ist die Grundaussage doch einen Gedanken wert.

Wenn Eltern auf ein funktionierendes Netzwerk aus Familie, Freunden, guten Bekannten und vertrauenswürdigen Nachbarn zurückgreifen können, ist dies nur von Vorteil. Außerdem führt eine Vielzahl an Kontaktpersonen dazu, dass Kinder verschiedene Eindrücke bekommen und daher Berührungspunkte mit unterschiedlichen Denk- und Lebensweisen haben. Wissenschaftliche Theorien sagen, dass ein Kind so schon in seinen frühen Jahren lernt, mit unterschiedlichen Menschen zu interagieren und sich das wiederum positiv auf seine soziale Entwicklung auswirkt.
Manche Eltern haben hier aber Bedenken. Sie fühlen sich unwohl mit dem Gedanken, ihr Kind in "fremde Hände" zu geben und entwickeln Schuldgefühle. Wie so oft liegt auch hier die Lösung in der Dosierung: So lange der Nachwuchs nicht am laufenden Band zu immer neuen Personen weggegeben wird und die Betreuenden eine intakte Beziehung zum Kind aufgebaut haben, ist diese Sorge unbegründet.









Alltag

Der Babysitter in Form von Schwester und Bruder, Rat und Erfahrung von Oma oder Opa, Unterstützung während des beruflichen Alltags der Eltern durch Freunde oder liebe Nachbarn sind Gold wert. Auch öffentliche Einrichtungen können eine Hilfe sein. Je größer der Pool an Vertrauten für Eltern ist, umso leichter lassen sich die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags meistern. Dass diese Vielfalt an menschlichen Kontakten dann auch noch einen fördernden Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat, ist weithin anerkannt.

Die Familie

Die Familie

Für die Entwicklung von Kindern ist eine gute Beziehung der Eltern zu ihrer eigenen Familie immer etwas Positives. Dies trägt nämlich dazu bei, dass die Kleinen in eine intakte Gemeinschaft hineinwachsen, was ihnen zusätzliche Sicherheit vermittelt. Familien, die sich gut verstehen, geben sich gegenseitig Halt und greifen sich in Notsituationen gegenseitig unter die Arme. Spüren Kinder, dass zum Beispiel auch Oma und Opa oder Onkel und Tante gerne für sie da sind, erweitert sich ihr Kreis an Vertrauenspersonen.


Aber natürlich ist eine harmonische Großfamilie keine Grundbedingung, um ein glückliches Kind groß zu ziehen. Neben der Familie können auch andere Personen und Institutionen die Eltern unterstützen und eine entwicklungsfördernde Funktion für das Baby einnehmen.

Das soziale Netzwerk

Das soziale Netzwerk

Auch Freunde und vertrauenswürdige Bekannte können im Leben eines Babys - und dessen Eltern - eine wichtige Rolle einnehmen. Dies gilt für Paare ebenso wie für Alleinerziehende, die gelegentlich auf Unterstützung von anderen angewiesen sind. Sowohl als Ratgeber sowie auch als helfende Hand werden sie immer mal wieder gebraucht.


Darüber hinaus bieten auch zahlreiche öffentliche Stellen Beratung und Unterstützung an. Ein belastbares Netzwerk an potentiellen Babysittern und zuverlässigen Helfern entlastet (werdende) Eltern und ermöglicht auch mal die eine oder andere Auszeit.


Eine Vielzahl an sozialen Kontakten hat aber nicht nur den funktionalen Aspekt für die Eltern; sie fördert auch die soziale und geistige Entwicklung des Kindes.

Die eigene Partnerschaft

Die eigene Partnerschaft

Dass auch die eigene Partnerschaft einen entscheidenden Faktor darstellt, liegt eigentlich auf der Hand. Wenn die Beziehung mit dem Partner auf wackeligen Beinen steht, wird ein Kind diese Konstellation nicht vereinfachen. Gravierende Probleme zwischen den Eltern können Kinder schwer belasten und auch für ihre persönliche Entwicklung schädlich sein. Deshalb ist es für beide Partner besonders wichtig, sich schon frühzeitig mit der eigenen Beziehung zu befassen. Wird der Kinderwunsch akut, muss auch das Paar selbst sich auf den Prüfstand stellen und zusammen herausfinden, ob man die Herausforderungen des Elternseins gemeinsam annehmen kann und will.

Alleinerziehende Eltern

Alleinerziehende Eltern

Auch abseits der "klassischen" Konstellation von zwei Elternteilen kann der Wunsch nach einem Kind entstehen. Singles haben ebenso die Möglichkeit, ein Baby zu bekommen, selbst wenn der passende Partner noch nicht gefunden oder vielleicht gar nicht gesucht wurde - wobei dieser Weg für Frauen meist etwas einfacher ist als für Männer. Ein Kind kann auch mit der Liebe und Zuwendung von einem Elternteil einen wunderbaren Start ins Leben haben. Es ist nicht unbedingt eine große, vielfach verzweigte Familienstruktur vonnöten, um ein glückliches Kind aufzuziehen, sondern es braucht ein stabiles, verlässliches Umfeld: Mutter bzw. Vater sind sowieso die primäre Bezugsperson für das Neugeborene. Besonders wichtig ist also, dass es deren Liebe und Zuneigung spürt, während sie es auf dem Lebensweg durch Kindergarten, Schule und Studium begleiten.

Es hilft Eltern, wenn sie eine soziale Struktur erbauen, die auf verschiedenen Säulen von Vertrauenspersonen fußt. So können sie auf Unterstützung aus unterschiedlichen Richtungen zählen und viele Herausforderungen leichter meistern.